Eberhard Kraus

Zu Eberhard Kraus

Geboren am 17. Februar 1931 in Regensburg als Sohn des Domorganisten Karl Kraus.

Musikstudium an der Hochschule für Musik in München bei Heinrich Wismeyer und Friedrich Högner (Orgel), Walter Georgii (Klavier, Meisterdiplom), Li Stadelmann (Cembalo, Meisterdiplom) und Walter von Forster (Komposition).

Preise und Auszeichnungen bei Wettbewerben der Hochschulen sowie bei internationalen Musikwettbewerben der Rundfunkanstalten. Aufnahme in die Bundesauswahl der Konzerte junger Künstler des deutschen Musikrates.

Rege Konzerttätigkeit in Deutschland und in europäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien, England, Schottland, Irland, Jugoslawien, Belgien, Schweiz, Österreich, Niederlande, Dänemark. Viele Schallplatten- und Rundfunkaufnahmen, zum Beispiel J.S. Bach, Orgelbüchlein, Berühmte Cembalowerke, Große Orgelwerke, Romantische Kathedralmusik u.a.

Kontakte und Begegnungen mit namhaften zeitgenössischen Komponisten und Interpreten wie Joseph Haas, Harald Genzmer, Gaston Litaize, Flor Peeters, Oliver Messiaen u.a.

1964 - 1996 Domorganist in Regensburg

1996 - 2003 Stiftsorganist an der Stiftskirche St. Johann am Dom in Regensburg

Später Konzentration auf die Lehrtätigkeit an der Universität Regenburg (Musiktheorie), an der Fachakademie für katholische Kirchenmusik und Musikerziehung in Regensburg (Orgel und Orgelbaukunde) sowie die Durchführung der von ihm begründeten Konzertreihen mit Kammermusik und Chormusik (Collegium musicum Regensburg), der Regensburger Bachwoche (seit 1975), der Sonntäglichen Orgelstunden in der Minoritenkirche (seit 1952), der Domkonzerte (1969 - 1996) und des Studios Neue Musik Oberpfalz (seit 1971).

Bücher: Orgeln und Orgelmusik, Mit Orgelklang und Paukenschall (Musikkultur der Oberpfälzer Klöster), Historische Orgeln in der Oberpfalz, Handbuch der Orgelpraxis zum Gotteslob, Orgeldokumentation der Diözese Regensburg (4 Bände)

Editionen: Cantantibus Organis (24 Hefte), Musik der Oberpfalz, Bayernmusik

CDs: G.F. Händel: Das Gesamtwerk für Cembalo auf historischen Instrumenten, J.S. Bach: Konzerte für zwe bis vier Cembali, E. Kraus: Facetten, E. Kraus: Improvisationen

Kompositionen: Über 300 Werke, darunter "Sermones", geistl. Kantate mit Texten des Berthold von Regensburg, Missa brevis für Chor und Orchester/Orgel, Konzert 1969 für Orgel, Toccata Te Deum für Orgel, Elegie  auf Max Reger für Orchester 1996. Erste Komposition zum Tod seines Vaters 1967 (Contrapuncti dodecaphonici I) Missa "Salve sancta parens" für Orgel; letzte Komposition kurz vor seinem Tode: Variationen über das Lied "König ist der Herr" für Orgel.

Eberhard Kraus starb am 23. Oktober 2003 und ist in seiner Heimatstadt Regensburg begraben.

Gedenktafel

Einweihung der Gedenktafel

An den 2003 gestorbenen Regensburger Musiker, Komponisten und Domorganisten Eberhard-Kraus erinnert nun eine Tafel in der Minoritenkirche. 51 Jahre lang, von 1952 bis kurz vor seinem Tod, hat Kraus an der Steinmeyer-Orgel in 1094 "Sonntäglichen Orgelstunden" die Museumsbesucher erfreut. Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Kulturreferent Klemens Unger präsentierten die Gedenktafel im Beisein der Witwe des Musikers, Brigitte Kraus, die dem Oberbürgermeister dabei alle Programme der Orgelstunden zum Buch gebunden überreichte. Eine Instandsetzung der Orgel steht an - dennoch konnte Schaidinger sie hören: Wolfgang Kraus, der Sohn des Verstorbenen, spielte einen Auszug aus dem Praeludium auf C von Eberhard Kraus. (Donaupost 05.03.2008)